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Ferruccio Busoni

Ferruccio Busoni

Ferruccio Busoni, Porträt 1906

Ferruccio Busoni war ein italienischer Pianist, Komponist, Dirigent, Librettist, Essayist und Musikpädagoge. Er wurde am 1. April 1866 in Empoli bei Florenz geboren. Das einzige Kind eines italienischen Klarinettenvirtuosen und einer deutschstämmigen Pianistin wuchs zweisprachig auf. Bereits mit sieben Jahren fiel Busoni als Wunderkind auf und gab mit neun Jahren in Wien Klavierabende. Mit zwölf Jahren dirigierte er.

Nachdem er in Graz bei Wilhelm Mayer Musik studiert hatte, nahm die Accademia Filarmonica den fünfzehnjährigen Busoni auf. Von nun an wechselte er häufig seinen Aufenthaltsort. 1886 unterrichte Busoni am Leipziger Konservatorium und war ab 1888 Klavierlehrer am Konservatorium in Helsinki, wo er zu einem Förderer und Freund von Jean Sibelius wurde. In Moskau heiratete Busoni im Jahr 1890 die Tochter eines schwedischen Bildhauers Gerda Sjöstrand. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor.

Busoni lebte zeitweilig in Bosten, Berlin und Bologna, wo er 1913 zum Direktor des Liceo Musicale ernannt wurde. Während des Ersten Weltkriegs lebte Ferruccio Busoni im Exil in Zürich. Im Jahr 1919 wurde ihm dort die Ehrendoktorwürde verliehen. Nachdem Busoni im Jahr 1920 nach Berlin zurückgekehrt war, übernahm er an der Akademie der Künste eine Meisterklasse für Komposition.

Die Arbeit an seinem Lebenswerk, dem Doktor Faust, konnte er nicht mehr beenden. Busoni starb am 27. Juli 1924 in Berlin. Seine letzten Worte an seine Frau gerichtet waren:

»Liebe Gerda, ich danke dir für jeden Tag, den wir zusammen waren.«

Ferruccio Busoni

Am bekanntesten ist wohl Busonis Schrift Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst (1907, 2. erw. Aufl. 1916), die bei Wikisource als Volltext verfügbar ist. Ihr vorangestellt ist ein Zitat aus einem Libretto von Busoni zu einer geplanten Oper, nach Joseph Arthur von Gobineau.

»Was sucht Ihr? Sagt! Und was erwartet Ihr?«

»Ich weiß es nicht; ich will das Unbekannte! Was mir bekannt, ist unbegrenzt. Ich will darüber noch. Mir fehlt das letzte Wort.«

»Der mächtige Zauberer«

Bühnenwerke (Opern)
1911 – Die Brautwahl (UA: 1912 an der Hamburgischen Staatsoper)
1916 – Arlecchino oder Die Fenster (UA: 1917 am Opernhaus Zürich)
1917 – Turandot (UA: 1917 am Opernhaus Zürich)
1924 – Doktor Faust, beendet von Philipp Jarnach (UA: 1925 an der Semperoper Dresden)

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